 |
|
 |
 |
» ZUM FESTIVAL-BLOG 2012
UNERHÖRT! 2012
Ein Zürcher Jazzfestival
21. 25. November 2012
Ein erster Dank vorweg
Das ist es nun, das unerhört!-Festival 2012 und sein neues Programm. Natürlich hätte die letztjährige Ausgabe mindestens ein Gedenkstein werden sollen: Zur Feier des ersten, erfolgreich absolvierten Dezenniums, in dem aus einem anfangs fast zaghaften Hilfeschrei, ausgestossen an einem einzigen nebligen Novembersamstag in der Roten Fabrik, genug Musik für ein fast einwöchiges Festival, verteilt auf sieben verschiedene Veranstaltungsorte, geworden ist!
Dass aber die Jubiläumsausgabe geradezu ein Meilenstein würde, hat uns selbst vielleicht am meisten überrascht: Zunehmend jüngere, häufig noch weniger bekannte Musikerinnen und Musiker zogen mit anspruchsvollen Projekten mehr Aufmerksamkeit auf sich, als wir uns je erträumt hätten der zahlreich anwesenden Presse, vor allem aber dem begeisterten Publikum gilt dafür unser besonderer Dank und Respekt!
Natürlich gibt uns dieser Erfolg Bestätigung nicht im Glauben, man könnte es nicht immer noch besser machen, sondern in unserer grundsätzlichen Überzeugung, die innovativen Kräfte der Zürcher Jazzszene könnten und müssten sich, wenn immer möglich, im internationalen Kontext präsentieren und behaupten. Sei das nun in einem Jazzclub oder dem alternativen Kulturzentrum, dem Museum oder auf der Theaterbühne, sei es in einer Schule oder gar im Altersheim.
New York Zürich
Warum also nicht in einem New Yorker Club?
Das Angebot kam, ganz ohne konzeptionelle Auflagen, von John Zorn und ging an Patrik Landolts Intakt Records, der sich seinerseits im Sinn der Erweiterung des Grundgedankens unseres Zürcher Festivals fragte: «Warum nicht Zürich in New York?» Die Frage wiederum hörten die Zürcher MusikerInnen nicht ungern, legten sich ins Zeug und spielten, unter der Kuratel des Zürcher Labels und mit tatkräftiger Unterstützung ihrer New Yorker KollegInnen, zwei Wochen lang von der Bühne des Clubs The Stone eine Musik ins frühlingshafte Manhattan hinaus, die die Einheimischen Hören und Sehen lehrte!
Folgerichtig lautete die nächste Frage: «Warum New York nicht auch in Zürich?» Und da man Synergien, genau wie glühende Eisen, schmieden sollte, solange sie heiss sind, versuchten wir vom unerhört!-Programmteam, einige der gelungensten Projekte auch nach Zürich und an unser Festival zu bringen, um ihnen die nötige Nachhaltigkeit zu verschaffen und eine Weiterentwicklung zu ermöglichen. Ausserdem liessen wir uns mit Vergnügen von hiesigen Musikerinnen und Musikern, die im Frühling nicht mit von der Partie waren, anregen, anderen und neuen Ideen gleicher Stossrichtung über den grossen Teich hinweg hier ein Publikum zu verschaffen.
So entstand dieses Jahr ein transatlantischer Schwerpunkt, wo sonst den hiesigen Musikerinnen und Musikern die europäischen Metropolen näherliegen, häufig auch näherliegen müssen...
Das neue «Portrait»: Auf ein Wort…
Seit sich uns das erste Mal die Möglichkeit bot, die Musik unseres Festivals und seine Künstler und Künstlerinnen über das «reine» Konzert hinaus einem weiteren Kreis von ZuhörerInnen näherzubringen, hat uns die Idee, ernsthafte Vermittlungsarbeit in verschiedene Richtungen zu leisten, nicht mehr losgelassen.
Einerseits versuchen wir mit Erfolg angehenden Musikstudentinnen und -studenten unter der Leitung erfahrener Profis eine Plattform vor grösserem Publikum zu verschaffen, anderseits bieten wir jedes Jahr einer Reihe von Schulen kürzere Mittagskonzerte mit unerhört!-Bands an, die stets in interessante Diskussionen münden.
Um auch die Festivalgäste in den Genuss einer sublimierten Version dieser Diskussionen in der Art unserer Schulkonzerte zu bringen, haben wir uns etwas Neues ausgedacht: Moderiert von einem Journalisten bzw. einer Musikerin oder einem Musiker aus unserem Umfeld, können Sie zur Einstimmung auf den nachfolgenden Abend an den jeweiligen Konzertorten etwas über die Künstlerinnen und Künstler und ihre neuesten Projekte erfahren.
…und darüber hinaus:
Ein Journalist und eine Fotografin «in Residence»
Eine noch breitere Öffentlichkeit kann unsere neu eingerichtete Internetplattform www.unerhoert.ch/blog erreichen, wo schon am Morgen nach jedem der fünf Festivalabende der Verlauf der verschiedenen Darbietungen kommentiert und mit Fotos versehen im Netz zugänglich gemacht wird.
Seit 2002 begleitet Marcus Maida mit grösster Aufmerksamkeit und Sorgfalt unsere Konzerte, und ihn im ersten Jahr für diese Aufgabe anzufragen, schien uns sebstverständlich, seine Zusage ein grosser Gewinn. Nicht minder selbstverständlich fiel unsere Wahl für die offiziellen Bilder des unerhört! 2012 auf Francesca Pfeffer, die zu den bisherigen Programmheften, Presseartikeln und der letztjährigen Festschrift die Fotos beigesteuert hat.
Ein weiterer Dank zum Schluss
Der vollständige Umfang der Unterstützung, die hinter einem Anlass von solchem Ausmass steht, ist sogar für uns unmittelbar aktive OrganisatorInnen manchmal kaum zu überschauen! Da finden sich mehr als ein halbes Dutzend privater Stiftungen, die neben der städtischen Präsidialabteilung und dem Kanton Zürich jedes Jahr die Umsetzung unserer Pläne finanziell erst ermöglichen. Die vielen Veranstalter, die unsere Ideen mitgestalten und diese schliesslich stets in unsere Hände zu legen bereit sind. Unser Beirat von MusikerInnen der weiteren Region, die zahlreichen JournalistInnen, die aus aller Welt anreisen, zahlreiche HelferInnen aus dem Umfeld der Roten Fabrik und seiner Gaststätte, ergänzt durch eine Reihe von persönlichen FreundInnen der Veranstalter und des Festivals, die uns Jahr für Jahr helfen, die Begrenztheit unseres Budgets durch ihre unentgeltliche Hilfe auszugleichen.
Und da wären schliesslich Sie, verehrtes Publikum, die Sie nie das Interesse an unserer und Ihrer Sache verlieren.
Herzlichen Dank!
Fürs unerhört!-Team, Dieter Ulrich
|
|